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Leseprobe aus dem Autorenkreis |
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| Käte Neumann Erfahrungen Ein neuer Hausbewohner ist eingetroffen. Ein federleichtes Wollknäuel, cremefarben mit dunkelbraunen Abzeichen und himmelblauen großen Kinderaugen. Es ist eine Prinzessin aus edlem Hause mit langer Ahnenreihe und echten Papieren in denen steht: „Birma-Katze. Mutter: Miranda von der Hohen Tanne, Vater: Zuzu vom Heideberg. Sie heißt „Fee, weil sie so feenhaft zart ist. Aber rufe mal einer eine Katze, die sie ja trotz ihres Adels ist, „Fee! Das geht nicht, also wird sie umgetauft in „Lilli. Wenn das auch nicht ihrer edlen Herkunft entspricht und eher etwas nach leichtem Mädchen oder Bardame klingt, so läßt es sich doch rufen. „Mit der Zeit wird sie schon darauf hören, sagt ihre Besitzerin, „sie ist ja noch so klein. Vorläufig hört sie aber auf gar nichts, sondern versucht ihre neue Umgebung zu erforschen. „Wer kommt denn da? Ja, das ist der weiß-grau getigerte Kater Peter. Er schaut sich das winzige Fellbündel an, wenn auch mit etwas Skepsis und Abstand. „Na, scheint er zu denken, „erst mal sehen, was so draus wird. Solange sie nicht auf dem blauen Kissen im Ecksessel sitzt, mag es angehen und er begibt sich, ohne sie weiter zu beachten, auf seinen Stammplatz. Sie nimmt nun ihre Erkundungsreise rund um die Diele wieder auf, kriecht unter alle Schränke, (endlich wird dort mal ordentlich Staub gewischt!) und kommt mit Spinnweben behangen wieder zum Vorschein. Nun hat sie zu tun, muss sich erst mal putzen. Aber das dauert nicht lange. Die Treppe hat es ihr angetan. Hinauf geht es ganz prächtig, aber wie kommt man wieder hinunter? Sie versucht es vorwärts und rückwärts, verfehlt aber trotzdem eine Stufe, kann sich gerade noch fangen und einen tieferen Sturz vermeiden. Sie probiert es gleich noch einmal, da geht es schon besser. Mit den Schnürsenkeln der herumstehenden Schuhe läßt es sich aber doch gefahrloser spielen. Jetzt traut sie sich was! Geht vorsichtig, Pfote vor Pfote setzend, vor die Haustür. Schnuppert frische Luft und blinzelt in die Sonne. Neben der Tür ist ein Blumenbeet, für sie ein hoher Wald voller Abenteuer. Dort brummt und summt und schwirrt und flirrt es. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen und riechen soll! Vor allem diese bunten Flatterdinger, die auf dem lila blühenden Sedum sitzen, erregen ihre Aufmerksamkeit. Vorsichtig hebt sie eine Pfote und versucht eines zu fangen, aber die fliegen nur ein Stückchen weiter und schon sind sie unerreichbar. Eine dicke Hummel kommt angebrummt. Der Wollknäuel läuft rückwärts, dieser laute Flieger ist ihm nicht geheuer. Aber schon wird er wieder kühn. Die Entenmutter kommt mit ihrer Kinderschar anmarschiert und eines der gelben Federbällchen bleibt, nach ungezogener Kinder Art, zurück. Unser Kätzchen duckt sich, schleicht auf das Entchen zu, beginnt mit dem winzigen Hinterteil zu wackeln und damit zum Sprung anzusetzen. Aber da hat die Entenmutter die drohende Gefahr für ihren Nachzügler bereits erkannt. Mit vorgestrecktem Hals, laut schnatternd und fauchend geht sie auf den Zwergjäger zu und beginnt nach ihm zu hacken. Das Katzenkind bleibt wie versteinert sitzen und staunt. Mir ist das nicht geheuer, ich nehme es lieber hoch, um es vor Schnabelhieben der Angreiferin zu schützen. Das sieht der Hauswirt der gerade um die Ecke kommt. „Ooch, lassen sie man, sagt er zu mir, „dat muss sie leernen. Er hat recht. Sie muss ihre Erfahrungen selber sammeln, davor schützt auch kein Adelsbrief. Ich setze also Lilli wieder ins Gras. Aber sie hat die Enten wohl schon vergessen und hoppelt in die Werkstatt hinein, neuen Abenteuern und Überraschungen entgegen. |
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